Forschungsgruppe der ZU begleitet Innovationsplattform für klimapositive Landwirtschaft und Ernährung

25.03.2021

Im Fokus der Forschung stehen die Beziehungen, Kooperationen und Innovationsprozesse, aber auch die Ergebnisse der Farm-Food-Climate Challenge

Die EnergyCultures Forschungsgruppe der ZU hat die wissenschaftliche Begleitung der Farm-Food-Climate Challenge übernommen. Dahinter steckt ein gemeinsames Projekt von ProjectTogether, der elobau Stiftung und dem Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation, das mehr als 100 Initiativen verbindet, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich Boden, Landwirtschaft und Ernährung für nachhaltigere und klimafreundliche Lösungen aktiv sind.


Die Farm-Food-Climate Challenge sieht sich als eine von der Basis ausgehende Initiative, welche die Farm-to-Fork-Strategie (zu Deutsch „Vom Hof auf den Tisch“) der Europäischen Union mit Leben füllt. Diese Strategie ist neben der Biodiversitätsstrategie Teil des „New Green Deal“ der Europäischen Kommission. Damit gemeint ist ein umfassender Zehnjahresplan, der einen politischen Rahmen für den Übergang zu einem fairen, gesunden und umweltfreundlichen Lebensmittelsystem in Europa schaffen soll.


Die EnergyCultures Forschungsgruppe der ZU um den wissenschaftlichen Leiter Dr. Thomas Pfister untersucht die Beziehungen, Kooperationen und Innovationsprozesse, aber auch die Ergebnisse der Farm-Food-Climate Challenge, die einen Beitrag zur Transformation des europäischen Agrar- und Ernährungssektors leisten können. „Landwirtschaft und Ernährung spielen eine erhebliche Rolle als Mitverursacher des Klimawandels. Die Suche nach regenerativen Methoden stellt daher eine zentrale Herausforderung dar. Da es keine Blaupause für regenerative Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion gibt, geht es vor allem darum, mit einer großen Bandbreite an Lösungsansätzen zu experimentieren“, erläutert Pfister. „Die Farm-Food-Climate Challenge schafft hierfür ein beeindruckendes Ökosystem, in dem eine Vielzahl von Akteuren – von Landwirtinnen und Landwirten über Start-ups, Vereine und Verbände bis hin zu Politik und Verwaltung – in einem offenen Prozess sozialer Innovation zusammenkommen.“


Mit einem neuen Beteiligungsprozess verwirklicht die Farm-Food-Climate Challenge eine intensive Innovationsplattform, um Chancen und Potenziale gesamtgesellschaftlich und in Zusammenarbeit gemeinsam zu nutzen. Auf der Plattform verbinden sich die Initiativen mit Paten, Coaches und Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis und werden dabei unterstützt, besonders wirksame Praktiken für einen klimafreundlichen Ernährungssektor zu erkennen, zu verbreiten und zu etablieren. In diesem Reallabor soll so durch Vernetzung und gegenseitiges Lernen eine transformative Gemeinschaft gebildet und gefördert werden, um den Agrar- und Ernährungssektor von morgen zukunftsfähig zu gestalten. „Gemeinsam möchten wir in der Farm-Food-Climate Challenge die intelligentesten Köpfe zusammenbringen, um für die komplexen Herausforderungen in der Landwirtschaft nachhaltige und innovative Lösungen zu generieren,“ erklärt Peter Aulmann, Vorsitzender des Vorstands der elobau Stiftung.


Vor dem Hintergrund der umfassenderen Farm-to-Fork-Strategie erwägt die Begleitforschung insbesondere auch, inwiefern die Farm-Food-Climate Challenge die EU-Strategie „mit Leben füllen“ beziehungsweise zur Weiterentwicklung dieses politisch-strategischen Rahmens beitragen kann. „Die ZU ist für uns der ideale Partner, um die gewünschten Netzwerk- und Lerneffekte aller beteiligten Akteure wissenschaftlich zu begleiten und zu dokumentieren“, sagt Inger Paus, Geschäftsführerin des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation sowie Vorsitzende der Geschäftsführung der Vodafone Stiftung Deutschland. Ermöglicht wird die Begleitforschung der ZU durch eine Förderung des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation.


Hintergrund

Die EnergyCultures Forschungsgruppe der Zeppelin Universität besteht seit 2014 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Forschung der wissenschaftlichen Mitglieder dieser Gruppe beschäftigt sich mit drei zentralen Themen: der wechselseitigen Verknüpfung von Energie mit gesellschaftlicher Ordnung und Kultur (sogenannte Energiekulturen), der Suche nach nachhaltigeren Energiekulturen und der Frage, wie ein solcher kultureller Wandel beeinflusst werden kann. Mehr Informationen unter zu.de/energycultures