Zwölfteilige öffentliche Ringvorlesung zum Thema „Krisen der Realität“

24.01.2018

Die Veranstaltungsreihe beleuchtet Schlüsselwerke von Künstlern, Schriftstellern und Filmemachern, die das Realitätsverständnis ihrer Zeit problematisieren.

Die ZU lädt alle Interessierten zur öffentlichen Ringvorlesung zum Thema „Krisen der Realität“ ein. In zwölf Veranstaltungen von Ende Januar bis Anfang Mai beleuchten Experten aus Kunst-, Musik-, Film- und Literaturwissenschaft Schlüsselwerke von Künstlern, Schriftstellern und Filmemachern, die das Realitätsverständnis ihrer Zeit problematisieren.


Veranstaltet wird die Reihe von Prof. Dr. Karen van den Berg, Inhaberin des Lehrstuhls für Kunsttheorie und Inszenatorische Praxis, und Prof. Dr. Jan Söffner, Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie und -analyse. Den Ansatz und Hintergrund der Veranstaltungsreihe erklären sie so: „Wenn Fakten in der Politik immer weniger Effekte auf die Meinungsbildung und das Wählerverhalten haben, scheint es an der Zeit, von einer Krise des Realen und der Realität zu sprechen. Krisen der Realität sind schon häufig ausgerufen worden – von den Avantgarden der Moderne, von den Existentialisten, von der Postmoderne mit ihren radikalen Konstruktivismen und Dekonstruktionen.“


Da die Künste seit jeher ein ganz eigenes Verhältnis zur Realität pflegten und immer schon auch das Fiktive und Mögliche entwarfen, so die Initiatoren, eigneten sie sich in besonderem Maße, unterschiedliche Realitätsbegriffe beobachtbar zu machen. In den Künsten werde nicht nur die Wahrnehmung selbst erfahrbar gemacht, es werde auch auf je eigene Weise das Verhältnis zur Wirklichkeit ausgelotet. Mit ihren unterschiedlichen Realismen unterhielten die Künste ehedem ein eigenes Verhältnis zur Realität. Sie scheinen daher in besonderem Maße geeignet, Realitätskrisen beobachtbar, wahrnehmbar und beschreibbar zu machen. Und damit befasst sich die Ringvorlesung.


Die Veranstaltungen im Einzelnen:


  • Dienstag, 30. Januar: „Wir sind nie real gewesen. Wirklichkeit, Gleichnis und Proceß“ mit Prof. Dr. Jan Söffner
  • Dienstag, 6. Februar: „Simulationskrisen. Zum Werk von Harun Farocki“ mit Ina Neddermeyer, Leiterin der Abteilung Kunst im Zeppelin Museum Friedrichshafen
  • Dienstag, 13. Februar: „Lachend die Wahrheit...? Das Wirklichkeitsverständnis der Satire“ mit Dr. Joachim Landkammer, Lehrstuhl für Kunsttheorie und Inszenatorische Praxis an der ZU
  • Dienstag, 20. Februar: „Realität in Serie“ mit Dr. Susanne Schmetkamp von der Universität Basel
  • Dienstag, 27. Februar: „Yngve Holen. Die Realität des Begehrens“ mit Dr. Philipp Kleinmichel, Lehrstuhl für Kunsttheorie und Inszenatorische Praxis an der ZU
  • Dienstag, 6. März: „Stimmungsräume. Welterzeugung und Realitätserfahrung in der Kunst“ mit Prof. Dr. Kerstin Thomas von der Universität Stuttgart
  • Dienstag, 13. März: „,…wie die Schranken, welche die Gaukler vor den Zuschauern sich erbauen‘. Zu einer Realitätsreflexion des Computerspiels“ mit Prof. Dr. Thomas Hensel von der Hochschule Pforzheim
  • Dienstag, 20. März: „Wahrnehmungen in der Dunkelheit. Über Wolfgang Hilbig“ mit Prof. Dr. Maren Lehmann, Lehrstuhl für Soziologische Theorie an der ZU
  • Dienstag, 10. April: „Die Möglichste aller schlechten Welten. The Good Place, Moralphilosophie und die Frage nach der Realität“ mit Prof. Dr. Adrian Daub von der Stanford University
  • Dienstag, 17. April: „Geteilte Wahrheit. Fakt und Fiktion in der Arbeit von Robert Smithson“ mit Prof. Dr. Stephan Schmidt-Wulffen von der Universität Bozen
  • Dienstag, 24. April: „Realität in der Renaissance und die Renaissance der Realität“ mit Prof. Dr. Karen van den Berg
  • Dienstag, 8. Mai: „Die Idee des Realismus“ mit Prof. Dr. Helmut Draxler von der Universität für Angewandte Kunst Wien


Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 19.15 Uhr auf dem ZF Campus der ZU, Fallenbrunnen 3.


Weitere Informationen und Anmeldungen unter m.zu.de/im-de/veranstaltungen/