Elfteilige öffentliche Ringvorlesung zum Thema „Ökonomien der Sichtbarkeit“

23.01.2020

Expertinnen und Experten aus Kunst und Kultur stellen anhand von Werken den Zusammenhang von Macht, Herrschaft, Präsenz und Sichtbarkeit zur Diskussion

Die ZU lädt alle Interessierten zur öffentlichen Ringvorlesung zum Thema „Ökonomien der Sichtbarkeit“ ein. In elf Veranstaltungen von Anfang Februar bis Ende April stellen Expertinnen und Experten aus Kunst- und Kulturwissenschaften anhand von Werken den Zusammenhang von Macht, Herrschaft, Präsenz und Sichtbarkeit zur Diskussion. Das Spektrum reicht von Platon über William Shakespeare bis hin zu Damien Hirst.


Im Fokus der Ringvorlesung steht die Frage, wie unsere Gegenwartskultur mit der aufdringlichen Präsenz und dem Überfluss an Bildern und visuellen Reizen umgeht. So spricht etwa der italienische Philosoph und Schriftsteller Franco Berardi von einer „Überdosis an Sichtbarkeit“, die heute alle entstehenden Bilder einem kapitalistischen Wettbewerb um globale Aufmerksamkeit aussetzt und für eine Transparenz sorgt, in der scheinbar kaum noch etwas unsichtbar bleiben kann. Die Macht von Bildern und das Wie, Wann und Warum öffentlicher Sichtbarkeit folgen dabei relativ unberechenbaren Logiken. Eine junge Politikerin vermag durch eine Instagram-Story mächtige Kolleginnen und Kollegen der Konkurrenz auszubremsen; eine Schülerin tritt eine Massenbewegung los und setzt die europäische Politik unter Druck; eine heimlich gefilmte Ferienhausszene bringt eine Regierung zu Fall. Wie hängen Politik und Macht, Sichtbarkeit und Aufmerksamkeitssteuerung heute zusammen? Und wie unterscheiden sich diese Entwicklungen von früheren Bildstrategien?


Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich die Ringvorlesung „Ökonomien der Sichtbarkeit“. Organisiert wird sie von Professorin Dr. Karen van den Berg, Inhaberin des Lehrstuhls für Kunsttheorie und Inszenatorische Praxis, und Professor Dr. Jan Söffner, Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie und -analyse.


Die Veranstaltungen im Einzelnen:


  • Dienstag, 4. Februar: „Theorie und Ökonomie. Gedanken zu Platon“ mit Prof. Dr. Jan Söffner
  • Dienstag, 18. Februar: „Sehen, Beobachten, Zeichnen: Versuch über Adolph Menzel“ mit Prof. Dr. Maren Lehmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Soziologische Theorie an der ZU
  • Dienstag, 25. Februar: „Schall und Rauch? Die unsichtbaren Welten des David Bailly (1584-1657)“ mit Prof. Dr. Karin Leonhard, Professorin für Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte an der Universität Konstanz
  • Dienstag, 3. März: „,An der Musik allein liegt ihnen nichts‘. Schumann, Berlioz und das Bilderverbot in der Musik“ mit Dr. Joachim Landkammer vom Lehrstuhl für Kunsttheorie und Inszenatorische Praxis an der ZU
  • Dienstag, 10. März: „Sich zeigen, sich verschließen – Antinomien der Sichtbarkeit in Manets Malerei“ mit Prof. Dr. Michael Lüthy, Professor für Geschichte und Theorie der Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar
  • Dienstag, 17. März: „Wie sichtbar und bunt ist das gute Leben? Über die (Un-)Sichtbarkeit von Emotionaler Intelligenz, Eudaimonia und Glück“ mit Dr. Jörg Bernardy, freier Autor und Dozent an der Berliner School of Life
  • Dienstag, 24. März: „Damien Hirst und die Abschaffung des Unsichtbaren“ mit Prof. Dr. Karen van den Berg
  • Dienstag, 31. März: „Das Dokumentarische als politische Praxis – im Werk von Ernest Cole, David Goldblatt, Darcy Lange, Jo Spence“ mit Christine Frisinghelli, Kustodin des von der Camera Austria verwalteten Fotoarchivs von Pierre Bourdieu, das als interaktives Bildarchiv in dem Ausstellungsraum White Box auf dem ZF Campus der ZU bis Mitte des Jahres präsentiert wird
  • Dienstag, 7. April: „The Hand that Cannot Taste – Conundrums of Mimetic Desire in Shakespeare’s A Midsummer Night’s Dream“ mit Prof. Hannah Wojciehowski PhD, Professorin für Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der University of Texas in Austin
  • Dienstag, 21. April: „Die Kunst im Semiokapitalismus – Zur Funktion des Zeichenwerts“ mit Dr. Philipp Kleinmichel vom Lehrstuhl für Kunsttheorie und Inszenatorische Praxis an der ZU
  • Dienstag, 28. April: „Pierre Bourdieu und das fotografische Archiv“ mit Prof. Dr. Beatrice von Bismarck, Professorin für Kunstgeschichte und Bildwissenschaft an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 19.15 Uhr auf dem ZF Campus der ZU im Fallenbrunnen 3.


Weitere Informationen und Anmeldung unter zu.de/veranstaltungen